Einfach erklärt · ohne Fachsprache
Internet-Führerschein für Senioren
Sicher im Internet zu sein bedeutet nicht, jeden technischen Begriff zu kennen. Entscheidend sind einige gute Gewohnheiten. Dieser Ratgeber erklärt sie Schritt für Schritt – und mit dem kostenlosen Quiz können Sie Ihr Wissen direkt ausprobieren.
Kostenlose Prüfung starten26 Fragen · ohne Anmeldung · mit Urkunde · etwa 15 Minuten
Was ist ein Internet-Führerschein?
Ein Internet-Führerschein ist kein amtlicher Führerschein. Er ist ein freiwilliger Wissenstest, mit dem Sie den sicheren Umgang mit Internet, Smartphone, E-Mail und Messenger üben. Unser Test richtet sich besonders an Seniorinnen und Senioren, ist aber auch für andere Einsteiger geeignet.
In 26 alltagsnahen Fragen geht es unter anderem um Phishing-E-Mails, falsche Paket-SMS, Schockanrufe, den Enkeltrick, sichere Passwörter, Online-Banking, Fake-Shops, Fake News und mit künstlicher Intelligenz erzeugte Bilder oder Stimmen. Nach jeder Antwort folgt eine kurze Erklärung. So ist die Prüfung zugleich ein Lernangebot.
Sieben einfache Regeln für mehr Sicherheit im Internet
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen
Betrüger erzeugen künstliche Eile: Ein Konto werde gesperrt, ein Angehöriger brauche sofort Geld oder ein angebliches Sonderangebot ende in wenigen Minuten. Unterbrechen Sie die Situation. Legen Sie auf, schließen Sie die Nachricht und prüfen Sie die Behauptung in Ruhe über einen zweiten Weg.
Rufen Sie über eine bekannte Nummer zurück
Vertrauen Sie nicht der angezeigten Rufnummer und nicht den Kontaktdaten aus einer verdächtigen Nachricht. Suchen Sie die Nummer selbst heraus oder verwenden Sie einen bereits gespeicherten Kontakt. Das gilt auch, wenn sich jemand als Bank, Polizei, Paketdienst oder Familienmitglied ausgibt.
Öffnen Sie keine unerwarteten Links oder Anhänge
Eine E-Mail oder SMS kann täuschend echt aussehen. Öffnen Sie die bekannte Webseite lieber selbst über ein Lesezeichen oder tippen Sie die Adresse ein. Melden Sie sich dort an und prüfen Sie, ob die behauptete Nachricht wirklich in Ihrem Kundenkonto steht.
Verwenden Sie lange, unterschiedliche Passwörter
Jedes wichtige Konto sollte ein eigenes Passwort haben. Ein Passwort-Manager kann lange Passwörter erstellen und merken. Aktivieren Sie zusätzlich die Zwei-Faktor-Anmeldung, wenn ein Dienst sie anbietet. Dann reicht ein gestohlenes Passwort allein meist nicht für den Zugang.
Geben Sie niemals TAN, PIN oder Fernzugriff frei
Bank, Polizei und seriöse Unternehmen fragen nicht am Telefon nach Ihrer vollständigen PIN oder TAN. Installieren Sie auf Zuruf keine Software, mit der eine fremde Person Ihren Bildschirm steuern kann. Bestätigen Sie in einer Banking-App nur einen Auftrag, den Sie selbst begonnen und geprüft haben.
Prüfen Sie Shops vor dem Bezahlen
Extrem niedrige Preise, fehlendes oder widersprüchliches Impressum und nur Vorkasse als Zahlungsmöglichkeit sind Warnsignale. Prüfen Sie die Internetadresse genau. Die Verbraucherzentrale bietet dafür einen kostenlosen Fakeshop-Finder.
Halten Sie Geräte und Programme aktuell
Installieren Sie Updates für Smartphone, Computer, Browser und Apps zeitnah. Aktualisierungen schließen bekannte Sicherheitslücken. Eine automatische Bildschirmsperre mit Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung schützt zusätzlich, wenn ein Gerät verloren geht.
Was tun, wenn Sie auf Betrug hereingefallen sind?
Schämen Sie sich nicht. Professionelle Betrugsversuche treffen Menschen jeden Alters. Wichtig ist, jetzt schnell und geordnet zu handeln.
- Kontakt abbrechen: Nicht weiter antworten, nichts mehr zahlen und keinen weiteren Code bestätigen.
- Bank anrufen: Bei Zahlungen oder preisgegebenen Bankdaten sofort die Bank über deren offizielle Nummer kontaktieren. Karten und Online-Banking bei Bedarf sperren lassen.
- Passwörter ändern: Zuerst das betroffene Konto, danach alle Konten mit demselben Passwort. Beginnen Sie beim E-Mail-Konto.
- Beweise sichern: Nachrichten, Rufnummern, Kontodaten und Belege aufbewahren oder Bildschirmfotos machen.
- Polizei informieren: Bei akutem Verdacht oder bereits entstandenem Schaden die Polizei verständigen. In einer unmittelbaren Gefahrensituation gilt 110.
Bei einem Schockanruf empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention ausdrücklich, aufzulegen, die betroffene Person über eine bekannte Nummer selbst anzurufen und niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte zu übergeben.
So helfen Kinder, Enkel und Digitalpaten
Am besten hilft eine ruhige Übung ohne Belehrung. Spielen Sie typische Situationen gemeinsam durch: Was tun wir, wenn angeblich das Konto gesperrt wird? Unter welcher Nummer rufen wir die Bank an? Welches Familien-Kennwort verwenden wir bei einem überraschenden Hilferuf?
- Wichtige Nummern von Bank, Angehörigen und Karten-Sperrnotruf sichtbar notieren.
- Automatische Updates und Bildschirmsperre gemeinsam einrichten.
- Zwei-Faktor-Anmeldung für E-Mail und wichtige Konten aktivieren.
- Vereinbaren: Bei Geldforderungen wird immer eine vertraute Person gefragt.
- Den Internet-Führerschein gemeinsam machen und über jede Erklärung sprechen.
Bereit für die Prüfung?
Testen Sie Ihr Wissen in 26 verständlichen Alltagssituationen. Kostenlos, ohne Anmeldung und mit einer Urkunde zum Ausdrucken.
Internet-Führerschein starten →Häufige Fragen zum Internet-Führerschein für Senioren
Ist der Internet-Führerschein für Senioren kostenlos?
Ja. Das Online-Quiz ist kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Zeitlimit. Nach den 26 Fragen können Sie eine persönliche Urkunde erstellen und ausdrucken.
Brauche ich Vorkenntnisse?
Nein. Alle Situationen und Antworten sind in verständlicher Sprache erklärt. Das Quiz eignet sich für Anfänger, ältere Menschen und alle, die ihr Wissen auffrischen möchten.
Was mache ich bei einem verdächtigen Anruf?
Beenden Sie das Gespräch. Rufen Sie die angeblich betroffene Person über eine Ihnen bekannte Nummer selbst an. Geben Sie keine persönlichen Daten weiter und übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte. Im Verdachtsfall informieren Sie die Polizei.