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Videoanrufe sicher nutzen: Einladungen und Bildschirmfreigabe prüfen
Videoanrufe verbinden Familien, Kurse und Beratungsstellen. Sie sind meist unkompliziert, aber Einladungslinks und Freigaben verdienen Aufmerksamkeit. Hier erfahren Sie, wie Sie vor und während eines Anrufs ruhig prüfen.
Das Wichtigste zuerst
- Öffnen Sie Einladungen nur, wenn Sie Absender und Anlass erwarten.
- Kamera, Mikrofon und Bildschirm müssen nicht dauerhaft freigegeben sein.
- Geben Sie niemals Passwörter, TANs oder Bankdaten in einem Videoanruf weiter.
Einladung und Link prüfen
Eine echte Einladung nennt normalerweise, wer zum Gespräch einlädt, worum es geht und wann es stattfindet. Passt der Anlass nicht zu Ihrer Erwartung, fragen Sie über einen bekannten Kontakt nach. Verwenden Sie nicht einfach die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse aus einer überraschenden Nachricht.
Prüfen Sie die Internetadresse. Öffnet sich plötzlich eine Seite, die ein Passwort, eine Zahlung oder den Download einer unbekannten App verlangt, brechen Sie ab. Für die Teilnahme ist oft die offizielle App oder die aktuelle Webseite des jeweiligen Dienstes ausreichend.
Kamera und Mikrofon einstellen
Vor dem Beitritt können Sie meist auswählen, ob Kamera und Mikrofon eingeschaltet sind. Starten Sie bei unbekannten Gruppen lieber mit ausgeschalteter Kamera und stummgeschaltetem Mikrofon. Sie können beides später bewusst aktivieren.
- Wählen Sie einen ruhigen Bildausschnitt und entfernen Sie sichtbare persönliche Unterlagen.
- Prüfen Sie, ob im Hintergrund Adressen, Briefe oder Zugangsdaten liegen.
- Schalten Sie das Mikrofon stumm, wenn Sie gerade nicht sprechen.
- Beenden Sie den Anruf über die rote Schaltfläche, wenn das Gespräch vorbei ist.
Eine Webseite oder ein Anrufer darf Sie nicht unter Druck setzen, Kamera oder Mikrofon für eine angebliche Sicherheitsprüfung freizugeben.
Bildschirmfreigabe verstehen
Bei einer Bildschirmfreigabe können andere Teilnehmende sehen, was auf Ihrem Bildschirm erscheint. Das kann bei einer technischen Erklärung nützlich sein. Gleichzeitig könnten auch Nachrichten, Fotos oder geöffnete Konten sichtbar werden.
- Schließen Sie vor dem Teilen private E-Mails, Banking-Apps und Messenger.
- Teilen Sie möglichst nur ein einzelnes Fenster statt den gesamten Bildschirm.
- Lesen Sie Hinweise in Ruhe und starten Sie keine Fernwartung auf Zuruf.
- Beenden Sie die Freigabe sofort, sobald der Zweck erfüllt ist.
Beispiel
Jemand behauptet im Videoanruf, Ihr Computer sei infiziert, und verlangt Bildschirmfreigabe plus Fernzugriff. Beenden Sie den Anruf. Für Hilfe wenden Sie sich über eine selbst herausgesuchte offizielle Nummer an den Anbieter.
Typische Tricks
- Eine angebliche Bank lädt zu einem „Sicherheitsgespräch“ ein und verlangt TAN oder Passwort.
- Ein unbekannter Kursanbieter fordert eine Sofortzahlung, bevor Sie teilnehmen dürfen.
- Ein Fremder bittet um Fernzugriff, um ein technisches Problem zu „reparieren“.
- Ein Bekannter wirkt ungewöhnlich und bittet dringend um Geld. Rufen Sie die Person über die bekannte Nummer zurück.
Die Ratgeber Fernwartungsbetrug erkennen und KI-Fälschungen erkennen helfen bei weiteren Warnzeichen.
Checkliste vor dem Videoanruf
- Ich kenne Absender, Anlass und Zeitpunkt.
- Ich prüfe die Adresse oder öffne die offizielle App selbst.
- Kamera und Mikrofon sind zunächst ausgeschaltet.
- Private Dokumente und Konten sind geschlossen.
- Ich gebe keine Passwörter, TANs oder Zahlungsdaten weiter.
- Ich weiß, wie ich den Anruf und eine Bildschirmfreigabe beende.
Wenn etwas verdächtig ist
Beenden Sie den Anruf und öffnen Sie keine weiteren Links. Wenn Sie ein Passwort eingegeben haben, ändern Sie es über die echte Webseite des Dienstes. Haben Sie Bankdaten oder eine Zahlung freigegeben, informieren Sie sofort Ihre Bank über die offizielle Telefonnummer. Sichern Sie außerdem Nachricht, Link und Uhrzeit als Beleg.
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